Produktion & Konsum

Der private Konsum hat eine sehr hohe Relevanz für die nachhaltige Entwicklung. 39% der Treibhausgasemissionen fallen auf Ernährung, Bekleidung, Kommunikation und Freizeit. Die Haushalte haben über ihr Nachfrageverhalten wesentlichen Einfluss darauf, wie, wie viele und welche Produkte mit welchen Umweltbelastungen hergestellt, vertrieben und genutzt werden. Gleichzeitig ist ein Grossteil der Umweltbelastungen auf den privaten Konsum zurückzuführen.

Diese Kategorie umfasst einen breiten Fächer an Stossrichtungen und Massnahmen, die die Umweltbelastungen der Produktion und des Konsums reduzieren helfen. Angesprochen sind sowohl die produzierenden Unternehmen (v.a. Industrie und Gewerbe) als auch die Haushalte bzw. Konsumenten.

  • Produktdesign/Kreislaufwirtschaft: Dazu gehören Produkte und Dienstleistungen, die über die gesamte Lebensdauer weniger Energie und Ressourcen benötigen und Ansätze zur Kreislaufwirtschaft, bei denen Materialien als „Nährstoffe“ in geschlossenen Kreisläufen gehalten werden. Beispiele dafür sind die umweltgerechte Entwicklung von Produkten über den gesamten Lebenszyklus, nachhaltige Produkte und Dienstleistungen in allen Konsumbereichen (Food, Freizeit, Geräte, Verbrauchsgüter etc.) oder auch Innovationen in Produktion und Konsum. Dazu gehören ferner Dienstleistungen, die den Verbrauch von Konsumgütern verringern helfen wie etwa „Nutzen statt besitzen-Ansätze“ (z.B. Wohnungstausch, Werkzeugverleih etc.).
  • (Industrielle) Prozesse: Dazu gehören Prozessoptimierungen, die dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen in der industriellen Herstellung zu senken. Beispiele hierfür sind etwa neue Verfahrenstechniken, der optimale Einsatz von Messtechniken zur CO2-Reduktion oder auch Analysetools, die CO2-Einsparpotenziale analysieren helfen.
  • Information und Wissensvermittlung: Diese spielen konsumentenseitig eine wichtige Rolle, da oftmals erst das tatsächliche Handeln der Konsumenten zu gewünschten Veränderungen führt. Beispiele hierfür sind Orientierungshilfen für Konsumenten (Labels, Konsumratgeber, Tools zur Berechnung der Umweltbelastung) oder auch Sensibilisierungs- und Bildungsmassnahmen z.B. in Schulen.
  • Effiziente und erneuerbare Energieversorgung: In der gesamten Kette von Produktion und Konsum spielt die Energieversorgung eine zentrale Rolle. Diese umfasst Produktion, Speicherung, Übertragung, Verteilung und Verbrauch von Energie, wobei technische wie auch organisatorische Lösungen interessant sind z.B.:
    • Energieproduktion: Innovative Formen erneuerbarer Energieproduktion, welche über den aktuellen Stand der Technik hinausgehen und nicht schon marktüblich sind wie etwa standardmässige Photovoltaikanlagen oder Kleinwasserkraftwerke.
    • Energiespeicherung und -übertragung: Lösungen für Smart Grids und Smart Metering, Systemintegration von erneuerbaren Energien, Systeme für Energieeinsparungen und effiziente Energiespeichersysteme.
    • Energieverbrauch: Informationstools für Verbraucher.

Anteile Emissionen am gesamten Konsum

Anteile Emissionen am gesamten Konsum

Abbildung: Prozentualer Anteil CO2-Emissionen aus den einzelnen Konsumkategorien am gesamten Ausstoss aus dem Konsum (BAFU 2011)

Die Ernährung trägt am meisten zum CO2-Ausstoss durch privaten Konsum bei. Entscheidend ist, wie viel der konsumierten Nahrungsmittel mit dem Flugzeug transportiert wurden und wie viel Fleisch konsumiert wird. Weitere Informationen zu den Reduktionspotentialen in der Ernährung finden Sie in dieser Grafik.

Treibhausgas-Reduktionspotenziale in der Ernährung

Abbildung: Treibhausgasreduktionspotenziale in der Ernährung. Quelle: Jungbluth et al. 2012. Lesebeispiel: Mit dem Verzicht auf Fleisch (vegetarische Ernährung) können die Treibhausgasemissionen des privaten Konsums um 5.6% gesenkt werden.

Umwelt- und gesundheitsbewusst: Tierische Produkte und Genussmittel reduziert, Verzicht auf Gewächshausgemüse und Flugware.

Vegetarische Ernährung: Reduktion des Konsums von Fleisch und tierischen Produkten zu Gunsten von Getreide-, Obst- und Gemüseprodukten.

Bewusster Genuss: Reduktion des Konsums von Genussmitteln wie Alkohol, Kaffee, Schokolade, Tabak, etc.

Weniger Nahrungsmittelabfälle: Keine Nahrungmittelverluste bei Konsumenten

Bioprodukte: Kauf von Bioprodukten.

Regionale Ernährung: Verzicht auf Flugware.

Coop

Jeder Kauf eine positive Kettenreaktion

Coop-Chef Joos Sutter über Himbeeren, Lichter löschen und nachhaltiges Einkaufen – und was das alles mit dem Klimawandel zu tun hat.

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Preisträger 2010



Kehrichtverwertung Zürcher Oberland und Gebrüder Meier, Hinwil

für die Nutzung der Abwärme aus der Kehrrichtverwertung zur nachhaltigen Gemüseproduktion.

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Preisträger 2011



Tropenhaus Frutigen

für die innovative Nutzung des warmen Abwassers aus dem Lötschberg-Basistunnel für die nachhaltige Fischzucht und die Produktion tropischer Früchte.

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